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Melanchthonschule wird 50

Gemeinsam ganz stark

Von Thea Bachem, 07.10.10, 17:37h, aktualisiert 07.10.10, 17:40h // Quelle: KSTA-online

Kinder basteln, tippen Interviews ab und dichten Rap-Texte über den Reformator, der seit 450 Jahren tot ist.

Brühl - Sie basteln Filzbälle und mittelalterliches Spielzeug, malen Bilder, üben Tänze. Dazwischen wuseln Lehrerinnen mit leicht erhöhtem Puls - bis Freitag muss jeder Blumenkübel bepflanzt, jedes Bild aufgehängt, jeder Text kopiert sein. Die Melanchthonschule wird 50, „und das ist ganz schön stressig“, sagt Schulleiterin Karin Hansch, während sie durch die Gänge ihrer Schule eilt und jeder Klasse einen kurzen Besuch abstattet. „Mit der Betonung auf schön, ich mag solche Feste gern.“

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Die Geschichte der Melanchthon-Schule

 

Im Jahr 1955 beschloss der Rat der Stadt Brühl aufgrund eines Elternantrags die Errichtung einer evangelischen Bekenntnisschule. Da kurzfristig kein Neubau zu realisieren war, begann die Melanchthon-Schule 1956 provisorisch ihren Unterricht als Gast der Vochemer Schule.1959 wurde der geplante Neubau in der Kaiserstraße endlich begonnen und 1960 fertig gestellt. Die Schülerzahlen waren, bedingt durch die Nachkriegswanderbewegung der deutschen Bevölkerung, bereits am ersten Schultag so hoch, dass bei Einzug die Schule zu klein war. Aber erst 1965 konnte ein Anbau mit zwei Klassenräumen und einem Untergeschoss, in dem z.Z. die Mittagsbetreuung untergebracht ist, bezogen werden. Durch ein Votum der Schulpflegschaft wurde die Schule 1967 in eine städtische Gemeinschaftsschule (1.-6. Schuljahr) umgewandelt. 1968 erfolgte im Rahmen der großen Schulreform in NRW eine Umwandlung der Volksschule in eine Gemeinschaftsgrundschule (1.-4. Schuljahr).
Als weltoffener und toleranter, der Bildung verpflichteter Lehrer ist Philipp Melanchthon auch heute noch ein überaus aktueller Namensgeber für unsere multikulturelle Schule.

 

Die Geschichte des Namensgebers Melanchthon

 

Wer war Philipp Melanchthon?

 

Philipp Melanchthon war einer der berühmtesten Gelehrten und Kirchenreformer des 16. Jahrhunderts.
Eigentlich hieß Philipp Melanchthon Philipp Schwartzerdt. Er war der Sohn eines Waffenschmiedes und Verwalters der kurfürstlichen Rüstkammer in Heidelberg. Als Philipp 11 Jahre alt war, verstarb sein Vater und er wuchs mit seinen vier Geschwistern im Hause seines Großvaters, Kaufmann und Bürgermeister von Bretten, Hans Reuter, auf.

Den Namen Melanchthon erhielt Philipp durch seinen Großonkel Johannes Reuchlin, der den Namen „Schwartz-erdt“ (schwarze Erde) ins Griechische übersetzte „melan-chthon“.

 

Wann hat er gelebt?

 

Philipp Melanchthon wurde am 16. Februar 1497 in Bretten geboren und verstarb mit 63 Jahren am 19. April 1560 in Wittenberg.

 

Wessen Zeitgenosse war er?

 

1518 lernte Melanchthon Martin Luther kennen und begleitet diesen 1519 bei dessen Leipziger Disputation. Er war ein Freund und Mitstreiter Luthers.
Er ist in der Wittenberger Schlosskirche neben Martin Luther begraben.

 

Wo hat er gelebt? Was hat er getan?

 

Mit 11 Jahren verließ Philipp seine Heimatstadt Bretten und besuchte die Lateinschule in Pforzheim. Er glänzte durch seine Begabung für die alten Sprachen Latein und Griechisch. Als Zwölfjähriger studierte er an der Universität Heidelberg und drei Jahre später an der Universität Tübingen (Latein, Griechisch, Hebräisch, Philosophie und Astronomie).
1514 wurde Melanchthon mit erst 17 Jahren Magister für alte Sprachen in Tübingen.
1518 wurde er Professor für griechische Sprache an der Universität Wittenberg.
1520 heiratete er Katharina Krapp, mit der er vier Kinder hatte.

Melanchthon war Reformator an der Seite Luthers. Er bemühte sich um eine friedliche Reformierung der Kirche und war ein unermüdlicher Vorkämpfer für den ökumenischen Dialog zwischen den Kirchen.
Er war ein berühmter Universalgelehrter, ein einflussreicher Lehrer Deutschlands und Europas. Seine Lehrbücher erschienen in hohen Auflagen und bestimmten den Unterricht in vielen Schulen und Universitäten. Er veranlasste Städte, Schulen zu gründen und erstellte hierfür Lehrpläne. Er schrieb Standartwerke über griechische und lateinische Grammatik, über Rhetorik, über Physik, Geographie und Psychologie, Kommentare zu biblischen Büchern, theologische Spezialuntersuchungen, Kirchenordnungen und Bekenntnisschriften.
Und so haben bereits die Zeitgenossen den großen Wirkungskreis Melanchthons bewundert und ihm den Namen „Praeceptor Germaniae“, „Lehrer Deutschlands“ verliehen.

 
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